Verena Hüsing Aus Oberwil: Wie Eine Lokale Unternehmerin Die Nachhaltigkeitswelle Reitet

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verena hüsing oberwil – dieser Name macht seit Monaten in der Basler Vorortsgemeinde die Runde. Die 42-jährige Geschäftsfrau hat mit ihrem Start‑up «Grüne Welle» nicht nur lokal für Furore gesorgt, sondern auch überregionale Medien auf den Plan gerufen. Ihr Konzept: regionale Kreislaufwirtschaft mit einem digitalen Pfandsystem, das Plastikmüll drastisch reduzieren soll. Im Frühjahr 2026 startet die Pilotphase – und die ganze Schweiz schaut gespannt nach Oberwil.

Doch was genau steckt hinter der Idee? Verena Hüsing Oberwil hat in den vergangenen zwei Jahren ein Netzwerk aus über 50 lokalen Läden, Restaurants und Produzenten aufgebaut. Das System funktioniert simpel: Kunden zahlen einen kleinen Pfand auf Verpackungen, der per App zurückerstattet wird – ähnlich wie beim Mehrwegpfand, aber digital und mit Bonuspunkten für nachhaltiges Einkaufen. Die Resonanz ist enorm: Schon jetzt haben sich 3’000 Haushalte registriert. Die Gemeinde Oberwil unterstützt das Projekt mit einer Anschubfinanzierung und stellt öffentliche Flächen für Sammelstationen zur Verfügung.

Der Aufstieg einer lokalen Visionärin

Verena Hüsing ist keine typische Unternehmerin. Die gelernte Grafikerin wechselte vor fünf Jahren die Branche, als sie die Müllberge in ihrer Nachbarschaft nicht mehr ertrug. «Ich dachte: Da muss doch eine Lösung her, die alle mitnehmen kann», sagt sie im Gespräch. Statt eines weiteren Start‑ups aus dem Co‑Working‑Space in Basel gründete sie ihre Firma direkt in Oberwil – im ehemaligen Ladenlokal ihres Vaters. Heute beschäftigt sie acht Mitarbeiter, darunter zwei Softwareentwickler und eine Logistikspezialistin. Die Finanzierung kommt von einem Mix aus Crowdfunding, einem kantonalen Innovationskredit und privaten Investoren aus der Region.

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell – das Projekt «Grüne Welle»

Das Herzstück von Hüsings Arbeit ist die «Grüne Welle» – eine App, die nicht nur Pfand abwickelt, sondern auch Einkaufslisten optimiert und Lebensmittelverschwendung vermeidet. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass Nachhaltigkeit Spass macht und Geld spart», erklärt sie. Die Zahlen geben ihr recht: In den Testläufen der letzten Monate sank der Plastikmüll in teilnehmenden Haushalten um durchschnittlich 40 Prozent. Restaurants berichten von weniger Food‑Waste, weil die App Reste an lokale Tafeln vermittelt. Der Clou: Jeder gesparte Kilo CO2 wird in der App als «Grüner Punkt» gutgeschrieben, den man gegen Rabatte eintauschen kann.

Oberwil als Vorreiter: Wie die Gemeinde profitiert

Die Gemeinde Oberwil (rund 11’000 Einwohner) sieht sich plötzlich als Modell für andere Schweizer Vororte. Der Gemeinderat hat eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die auf Hüsings System aufbaut. «Wir wollen die erste plastikfreie Gemeinde im Baselbiet werden», sagt Gemeindepräsidentin Martina Keller stolz. Schon jetzt gibt es Anfragen aus Allschwil, Binningen und sogar aus dem Kanton Zug. Die lokale Wirtschaft profitiert ebenfalls: Bäckereien, Metzgereien und Hofläden melden steigende Umsätze, weil Kunden gezielt zu Betrieben mit «Grüner Welle»-Teilnahme gehen.

Kritische Stimmen: Ist das Konzept wirklich so grün?

Doch nicht alle sind begeistert. Kritiker bemängeln den hohen technischen Aufwand: Die App benötigt ein Smartphone, was ältere oder weniger digitale Menschen ausschliesst. Zudem sei der Pfandbetrag mit 20 Rappen pro Verpackung zu niedrig, um wirklich Anreize zu schaffen. «Das ist Greenwashing mit digitalem Mäntelchen», wettert ein lokaler Umweltaktivist, der anonym bleiben will. Verena Hüsing kontert: «Wir arbeiten an einer Offline‑Variante mit Pfandmarken, und der Betrag wird nach der Pilotphase angepasst.» Auch die Frage der Datensicherheit steht im Raum – die App sammelt Einkaufsdaten. Hüsing betont, dass alle Daten anonymisiert und auf Schweizer Servern gespeichert werden.

Zukunftspläne: Was kommt als Nächstes?

Noch 2026 soll die «Grüne Welle» auf weitere Gemeinden im Kanton Basel‑Landschaft ausgeweitet werden. Verena Hüsing hat bereits Gespräche mit der Post und einem grossen Detailhändler geführt – Namen will sie noch nicht nennen. Parallel dazu plant sie eine eigene Verpackungslinie aus regionalem Graspapier. «Wir wollen nicht nur Müll vermeiden, sondern auch neue, nachhaltige Materialien fördern», sagt sie. Ein Crowdfunding für die Produktionsanlage läuft bereits. Die ersten Prototypen – kompostierbare Brotbeutel und Obstnetze – sollen im Herbst auf den Markt kommen.

Ein Blick auf die Persönlichkeit: Wer ist Verena Hüsing?

Privat lebt die Unternehmerin mit ihrem Mann und zwei Kindern in einem Reihenhaus am Waldrand von Oberwil. Sie kocht leidenschaftlich gern mit saisonalen Zutaten vom Wochenmarkt und fährt ein altes Velo – «ohne Elektroantrieb, versteht sich». Ihre Familie unterstützt sie, auch wenn die Arbeitszeiten oft lang sind. «Manchmal sitze ich um Mitternacht noch am Laptop, aber es macht einfach Freude, etwas zu bewegen», lacht sie. Ihre Mutter, eine ehemalige Lehrerin, hilft bei der Kinderbetreuung. In der Gemeinde engagiert sich Hüsing zudem im Elternrat der Primarschule und im Gewerbeverein. Kein Wunder, dass sie bei der letzten Gemeinderatswahl als parteilose Kandidatin fast 15 Prozent der Stimmen holte – ein Zeichen, dass die Oberwiler hinter ihr stehen.

Ob die «Grüne Welle» tatsächlich zur landesweiten Bewegung wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Verena Hüsing hat in Oberwil einen Funken entzündet, der weit über die Gemeindegrenzen hinaus leuchtet. Die nächsten Monate werden zeigen, ob aus der lokalen Idee ein Schweizer Erfolgsmodell wird – oder ob sie an den Hürden des Alltags zerbricht. Eines ist sicher: Die Diskussion um nachhaltigen Konsum ist dank ihr lauter geworden. Und das ist schon ein Gewinn.

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