Unfall Am Gotthard: Treno Gottardo Prallt Gegen Felsbrocken – Strecke Vorübergehend Gesperrt

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treno gottardo hit am frühen Mittwochmorgen auf der Nordrampe des Gotthard-Basistunnels einen massiven Felsbrocken, der nach heftigen Regenfällen auf die Gleise gestürzt war. Der Triebfahrzeugführer leitete eine Notbremsung ein, doch die Kollision war unvermeidbar. Verletzt wurde nach ersten Angaben der SBB niemand, die rund 80 Passagiere blieben unversehrt. Die Bergungsarbeiten laufen auf Hochtouren, der Zugverkehr zwischen Erstfeld und Biasca ist bis auf Weiteres unterbrochen. Reisende müssen mit Verspätungen von bis zu zwei Stunden rechnen.

Der Vorfall, bei dem der treno gottardo hit gegen einen rund zwei Kubikmeter grossen Stein prallte, wirft erneut Fragen zur Sicherheit der Strecke auf. Experten der Schweizerischen Bundesbahnen untersuchen derzeit, ob die Frühwarnsysteme versagt haben oder ob die Naturgewalt einfach zu plötzlich kam. Die Bergung des beschädigten Zuges, eines modernen Stadler KISS, gestaltet sich schwierig: Die Frontpartie ist stark eingedrückt, die Räder der ersten Achse blockiert. Ein Ersatzbus-Konzept wurde sofort aktiviert, doch die engen Strassen im Reusstal sorgen für zusätzliche Verzögerungen.

Felssturz nach tagelangen Regenfällen – Warnsysteme unter Druck

Die Region am Gotthard kämpft seit einer Woche mit extremen Niederschlägen. Bereits am Dienstagabend hatte das Bundesamt für Umwelt eine erhöhte Steinschlaggefahr ausgerufen. Laut Geologen der ETH Zürich löste sich der Brocken aus einer Felsspalte oberhalb der berüchtigten «Schöllenen»-Strecke. Die SBB betont, dass die Überwachungskameras und Sensoren entlang der Bahnlinie regelmässig gewartet würden. Doch Kritiker fordern nun eine Nachrüstung mit KI-gestützten Frühwarnsystemen, die kleinste Erschütterungen in Echtzeit analysieren. «Wir hatten Glück im Unglück», sagt ein Sprecher der SBB. «Der Zug war nicht voll besetzt, und der Lokführer reagierte blitzschnell.»

Panoramazug Treno Gottardo: Symbol der Schweiz gerät ins Schlingern

Der Treno Gottardo, der täglich zwischen Zürich und Lugano verkehrt, gilt als Aushängeschild des Schweizer Tourismus. Die landschaftlich reizvolle Fahrt über die alte Gotthardbergstrecke ist bei Einheimischen und Gästen gleichermassen beliebt. Der Unfall könnte nun das Vertrauen in die Sicherheit der Panoramaroute erschüttern. Reiseveranstalter meldeten bereits erste Stornierungen für die kommenden Wochen. Die SBB verspricht, den betroffenen Waggon noch diese Woche zu ersetzen und die Strecke nach gründlicher Inspektion wieder freizugeben. «Sicherheit hat oberste Priorität», so das Unternehmen in einer Medienmitteilung.

Ermittlungen laufen – Ursache noch unklar

Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hat die Ermittlungen aufgenommen. Erste Auswertungen der Blackbox des Zuges zeigen, dass die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls bei 85 km/h lag – innerhalb des erlaubten Limits. Ob der Felsbrocken bereits Minuten vorher auf den Gleisen lag oder erst Sekunden vor der Kollision herunterstürzte, ist Gegenstand der Untersuchung. Zeugenaussagen von Passagieren zufolge habe es einen ohrenbetäubenden Knall gegeben, gefolgt von einem Ruck. «Der Zug stand plötzlich still, Rauch stieg auf», berichtet ein Reisender aus Bern. Die SUST rechnet mit ersten Ergebnissen in zwei Wochen.

Alternativrouten und Reisetipps für betroffene Fahrgäste

Für Pendler und Touristen, die auf die Gotthardachse angewiesen sind, hat die SBB einen provisorischen Bus-Shuttle zwischen Erstfeld und Biasca eingerichtet. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch um rund 90 Minuten. Zudem können Reisende auf die Autoverladung durch den Gotthard-Basistunnel ausweichen – allerdings sind die Kapazitäten begrenzt. Die SBB empfiehlt, vor Reiseantritt die Online-Fahrplanauskunft zu prüfen und grosszügig Zeit einzuplanen. Für Inhaber eines Generalabonnements gibt es eine Kulanzregelung: Sie können ihre Tickets kostenlos umbuchen oder stornieren.

Politiker fordern mehr Investitionen in Bahnsicherheit

Der Unfall hat eine politische Debatte ausgelöst. Nationalrätin Aline Trede (Grüne) fordert einen sofortigen Ausbau der Schutzbauten entlang der Gotthardstrecke. «Wir investieren Milliarden in den Tunnel, aber die Zufahrtsstrecken sind verwundbar», sagte sie gegenüber dem SRF. Auch der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) verlangt ein nationales Frühwarnsystem für Steinschlag. Die SBB kontert: Man habe in den letzten Jahren bereits über 200 Millionen Franken in Sicherheitsmassnahmen investiert. «Ein Restrisiko bleibt immer», räumt der SBB-Sicherheitschef ein. Die Diskussion wird den Bundesrat voraussichtlich in der nächsten Sitzung beschäftigen.

Ausblick: Wann fährt der Treno Gottardo wieder?

Die SBB geht davon aus, dass die Strecke nach Abschluss der Bergungs- und Sicherungsarbeiten am Freitagmittag wieder freigegeben werden kann. Der beschädigte Zug wird in die Werkstatt nach Zürich überführt, ein Ersatzzug soll bereits am Samstagmorgen den Betrieb aufnehmen. Für das kommende Wochenende sind keine weiteren Einschränkungen geplant. Die Tourismusdestinationen am Gotthard – wie die Teufelsbrücke oder das Gotthard-Museum – bleiben weiterhin über die Autobahn erreichbar. Die SBB bittet die Fahrgäste um Verständnis und verspricht, alle Informationen aktuell zu halten. Der Treno Gottardo wird zurückkommen – aber die Frage nach der Sicherheit bleibt.

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